Dienstag, 10. April 2012

Back to civilisation after 6642 km

Der nächste Tag bestand nur aus dem Sitzen im Truck und dem Erreichen der Lodge in Johannesburg, wo wir auch gerade den letzten Tag ausklingen lassen, bevor es gleich zum Flughafen geht.
Es war eine schöne Tour mit ganz vielen Eindrücken, die man wohl im Nachhinein noch verarbeiten muss. Gestern haben wir dann noch Tiniyko verabschiedet, was schon irgendwie ein bisschen schwer gefallen ist. Man wird sich wohl nie wieder sehen und in vier Wochen kann man sich ganz schön aneinander gewöhnen!
Aber ich denke Nicole und ich sind uns einig: Afrika ist eine Reise wert und wenn man sich nicht eine Strecke von 6642 km aufbürdet, kann es sicherlich auch total entspannend sein!
Auf Wiedersehen Afrika!!!!

Der letzte Zelttag

Am nächsten Tag war Fahrtag, ca. 500 km bis zu einem weiteren Buschcamp in der Nähe von Pondsdrift, wo wir uns noch einmal ein paar alte Felszeichnungen anschauen durften (was ich aber irgendwie ziemlich langweilig fand).
Und dann kam der letzte Abend im Zelt nach einem wirklich wunderschönen Sonnenuntergang vor einem Baobab-Baum.
Leider gab es nur ein mittelmäßiges Braai von Team Österreich und so richtig Abschiedsstimmung wollte auch nicht aufkommen. Das einzige Highlight war das Brüllen eines Leoparden in ziemlicher Nähe des Camps, was wir alle irgendwie schon ein bisschen merkwürdig fanden.
Aber wer mit Elefanten, Affen, Löwen, Büffeln und anderem Getier den Schlafplatz teilt, hat auch keine Angst vor so einem kleinen Leoparden;-)
Die Nacht war auch relativ ruhig bis auf ein bisschen Gebrüll desselben, aber gesehen hat ihn dann doch niemand.

Matobo und die Rhinos

Buckle up hieß es am nächsten morgen wieder um 7:30 Uhr nach Zelteabbau und Frühstück.
Ein paar Stunden später waren wir wiedermal im totalen Busch. Ein Klohäuschen und eine Busch-Bar, zur Abwechslung noch mal Strom und ansonsten die totale Wildnis.
Wir wurden auch ziemlich direkt von unsrem Guide Ian zu unserer letzten Walking und Game-Drive Safari im Matobo Nationalpark abgeholt.
Zuerst musste er irgendwelche „Formalitäten“ erledigen und wir durften uns ein Schild im Eingangsbereich anschauen, was darauf hinwies, dass Wilderer in diesem Gebiet erschossen würden. Gut, war jetzt ein bisschen sehr hart, aber wo keine Wilderer, da keine Erschießung.
Kurze Zeit später haben wir dann erfahren, warum es dort sehr viele Wilderer gibt. Es ist ein Schutzgebiet für Nashörner und da ein Kilo des Horns 65.000 USD wert ist, gibt es in einem Land mit 93 % Arbeitslosenquote mehr als genug Menschen, die den Tod für ein Stück Horn in Kauf nehmen. Im letzten Monat wurden 22 Wilderer erschossen. Ich fand das irgendwie sehr bedrückend: In welkchem Land waren wir gelandet, wo man fürs Wildern erschossen wird und wo vor allem so viele Menschen den Tod für ein paar Dollar in Kauf nehmen!?
Wir mussten auch nicht lange auf das erste Rhino warten. Nach einer Inspektion eines Scheißhaufens (das war irgendwie den ganzen Urlaub lang sehr modern, dass uns jeder Guide die Scheiße der einheimischen Tier näher gebracht hat) und ein männlicher Rhino hinterlässt riesengroße Scheißhaufen, da er immer denselben Weg um sein Revier herum zurücklegt und immer an dieselbe Stelle kackt, hatten wir mal wieder unheimliches Glück (Lucky people), dass eine weißes Rhino sich in der Nähe befand. Wir durften uns dann auch bis auf ein paar Meter nähern. Das Vieh – so groß es aus der Nähe auch scheint – war sehr friedlich und hat vor sich hin gefressen. Ein ziemlich krasses Erlebnis so ganz nah an einem wilden Tier, was einen, wenn es denn wollte auf der Stelle töten könnte. Aber er wollte nicht….
Anschließend sind wir dann noch durch den Busch gestapft auf der Suche nach einem Black Rhino, haben aber keines gefunden. Ich war da nicht so traurig drüber, denn Ian erzählte uns, wenn ein Black Rhino jemanden bemerkt, dann rennt er entweder auf einen zu, um sich zu verteidigen oder er verpieselt sich sofort. Das könnte man aber nicht absehen. Da ich wirklich null Lust hatte auf eine Verfolgungsjagd im Busch, war ich über das Versteckspiel von Black Rhino nicht so wirklich traurig.
Nach Abschluss der Tour gab es noch ein leckeres Hühnchencurry von Team Deutschland und eine recht geruhsame Nacht.

Montag, 9. April 2012

Hwange und die Büffel

Am nächsten Tag ging es nach Hwange Nationalpark. Nach einer völlig schlaflosen Nacht mit Schweißausbrüchen und Bauchkrämpfen war mein Kreislauf so ziemlich am Boden.
Wir waren auch bereits mittags in unserem Camp, ein Campingplatz direkt an einem Wasserloch neben einer übelst noblen Lodge mit Swimmingpool und Bar.
Der Game Drive ist dann für mich leider ausgefallen. Irgendwie wollte mein Kreislauf an dem Tag nicht auf die Spur kommen und so blieb mir nichts anderes übrig als im Camp zu bleiben. Aufgrund meines desolaten Zustandes hat Nicole sich bereit erklärt, mit mir da zu bleiben. Wir haben uns dann ein wenig später aufgemacht, um in unseren dreckigen Outdoorklamotten die Gäste an der Bar des Nobel-Lodge ein bisschen zu verschrecken.
Der Chef der Lodge ließ sich allerdings von unserem Zustand nicht beeindrucken und trumpfte erstmal ein paar Saufstories von einigen Gästen aus der Vergangenheit auf. Gut, dass ich in so einem schlechten Zustand war, sonst wären wir sicherlich mit Getränken dort versackt.
Bei Cola Nummer 2 erschien plötzlich Frau Chefin mit den Worten: „Die Büffel kommen“.
Und die kamen dann auch…eine riesige Herde Büffel zog am Wasserloch ein und wir hautnah dabei. Die Lodge hatte eine kleine offene Hütte zum Beobachten direkt am Wasserloch, so dass wir quasi den Atem der Tiere spüren konnten. Im Schatten der Hütte waren wir allerdings für die Tiere nicht sichtbar.
Als dann auch noch ein wildgewordener Elefantenbulle auftauchte, der mal für ein bisschen Stimmung in der Büffelherde sorgte, war der Nachmittag perfekt. Ein großartiges Schauspiel! Und verdammt viel cooler als irgendein Game Drive!
Beim Nachhauseweg in der Dämmerung wurden wir vom Chef noch freundlich darauf hingewiesen, dass wir acht geben mögen auf den wilden Elefanten, der sich in Richtung unseres Zeltplatzes bewegt hat und dass wir uns nachts nicht vom Platz entfernen sollten, da eine Herde Büffeln eigentlich immer bedeutet, dass auch Löwen hinterherziehen. Vielen Dank für diese wertvollen Tipps;-)
Die Nacht war dann aber wie immer. Tiergeräusche ohne Ende, aber nichts, was wirklich bedrohlich nah wirkte. Ein schöner Abschluss nach einem bescheiden begonnen Tag!

Eine ziemlich nasse Angelegenheit

Nicole und ich haben uns dann nach ausgedehntem Frühstück auf den Weg zu den Victoria Fällen gemacht. Satte 30 Dollar Eintritt für ein bisschen Wasserfälle gucken: WOW!
Der Ort Victoria Falls hatte ein paar Souvenirläden, ein paar Restaurants, Supermärkte und diverse Hotels zu bieten. Außerdem gab es diverse Strassenhändler, die ein bisschen lästig werden konnten, aber es gab mindestens genauso viele Polizisten, die in gelben Jacken gekleidet gut zu erkennen waren und nur dafür da, uns die lästigen Strassenhändler vom Leib zu halten.
Und wie wir nicht nur an den Eintrittspreisen für die Falls feststellen durften, ist Zimbabwe eines ganz sicher nicht, GÜNSTIG! Wegen einer horrenden Inflation gibt es dort derzeit keine eigene Währung mehr, bezahlt werden kann aber mit allem, was man sonst so in der Tasche hat. Botswanische Pulla, Rand, Euro oder vor allem US Dollar, da das noch die gängigste Währung ist. Die Umrechenkurse variieren je nach Shop sehr stark und es ist eher ein Glücksspiel, was man so zahlt.
Wir haben uns allerdings wirklich gefragt, wie die Menschen, deren durchschnittliches Einkommen 30 Dollar beträgt in so einem Land überleben können, wenn selbst wir es als teuer empfinden.
Aber jetzt zu den Falls: Es war äußerst beeindruckend und wir sind gemütlich auf den ausgeschilderten Wegen am Rand entlang gelaufen. Wir dachten auch eigentlich, wir wären gut ausgerüstet…als dann aber die Gischt von vorne, von hinten, von unten und oben wie ein ausgewachsener schottischer Regen auf uns niederprasselte, waren wir trotz Regenjacke eigentlich überall nass. Aber für 30 Dollar kann man ja auch schon mal einen ordentlichen Regen erwarten!
Nach einem herrlichen Café Latte in der Sonne sind wir dann wieder in die Stadt und ich habe dort den Nachmittag mit Internet verbummelt und Nicole hat sich einer eingehenden Wellnessbehandlung in der Lodge unterzogen.
Um 16 Uhr ging es dann wieder mit dem Rest von Team Deutschland zum Sundowner Cruise auf dem Zambesi River. Getränke und Snacks waren inklusive und wir haben die 2 ½ Stunden für diverse Gin Tonic genutzt und um einfach mal ein bisschen abzuhängen.
Anschließend gemeinsames Essen mit Team Norwegen (Team Österreich hatte sich verabschiedet mit den Worten von Franz: „Wir gehen zum first Platzerl im Ort“) und ein Ausklang des Abends am Pool, wo wir wieder erst recht spät in die Koje sind.

Chobe Game Drive

Aufgrund der Fürsprache unseres Guides und dem anstehenden Game Drive im Chobe Nationalpark, der morgens angeblich viel viel besser ist als nachmittags, haben wir uns alle dann tatsächlich um 3:45 Uhr aus dem Zelt gequält.
Ca. 350 km lagen vor uns, um halb zehn nach einem kleinen Frühstück (Milch mit Müsli…uäh!) konnte der Game Drive dann beginnen.
Und, was soll ich sagen, das frühe Aufstehen hat sich tatsächlich gelohnt. Eine traumhafte Flusslandschaft mit zahlreichen Tieren wartete auf uns. Riesige Elefanten- und Flusspferdherden, Springböcke, Empalas, Antilopen und sogar Alligatoren, die am Flussrand und im Wasser wie tot rumlagen. Ein Elefant kam auf unseren parkenden Jeep zu und war dann auch – wie wir Mädels in der letzten Reihe fanden – ein wenig zu nah. Vor allem weil diese Jeeps offen sind und zwischen uns und dem Elefanten nur ein bisschen heiße Luft war. Der große Koloss wollte aber anscheinend nur spielen und gucken, was da für depperte Menschen völlig verängstigt aus der Wäsche gucken. Nach einem kurzen Stopp Nähe unseres Jeeps ist er einfach im Dickicht verschwunden.
Nach Rückkehr gab es ein kurzes Mittagessen und dann ging es weiter über die Grenze nach Zimbabwe. Die Worte unseres Tiniykos zu den Zuständen der sanitären Einrichtungen in Zimbabwe: „I wish you good luck“.
Die Einreise, die zwischen einer halben Stunde und 3 Stunden wegen Visaformalitäten und den Launen der Officer an der Grenze variiert, hatte sich dann Gott sei Dank in 45 Minuten erledigt. Wahrscheinlich nur, weil wir in der Zwischenzeit mit den Officern ein paar nette deutsche Worte ausgetauscht haben. Sie fanden uns irgendwie sehr amüsant.
Nach dem Verteilen der Pässe und der Berichtigung von Mettes Pass, die laut Visum plötzlich Deutsche sein sollte, sind wir dann in den Bus gestiegen und dachten, dass es nun losgehen könnte.
Weit gefehlt: Jetzt mussten wir noch die Männer vom Zoll ertragen, die jeden Einzelnen befragt haben, woher er kommt und wieviel er fürs Visum bezahlt hat. Allerdings sahen diese Männer nicht wirklich aus, wie angestellte eines Staates sondern wie Mitglieder der Mafia. Dunkle Sonnenbrillen und ein äußerst unoffzielles Erscheinungsbild. Wir waren alle froh, als der Spuk vorbei war.
Nach kurzer Strecke waren wir dann endlich wieder back in Zivilisation.
Die Lodge hatte in dem Prospekt so toll ausgesehen und wir waren voller Vorfreude auf ein richtiges Bett. Die Enttäuschung war dann allerdings groß. Es war ziemlich dreckig und irgendwie roch es in dem Haus auch äußerst streng nach Terpentin o.ä. Nicole und ich hatten zu allem Überfluss noch die Besenkammer erwischt, in der man sogar bei Tageslicht mit Stirnlampe auf die Suche nach seinen Sachen gehen musste. Dann gab es auch noch eine Ansprache von der Herbergshexe, was alles wann wie geklaut werden könnte und dass man abends nicht mehr zu Fuß in die Stadt kann, weil außerdem Elefanten und Büffel in der Nacht vorbeschauen, um sich dort in den schön gewässerten Gärten an den Bäumen und an sonstigen übrig gebliebenen Lebensmitteln zu bedienen. Na bravo! Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt.
Wir hatten aber dennoch einen schönen Abend mit afrikanischem Braai und einem Koch, der aussah wie ein großer schwarzer Bär, der uns den Grill reichlich gefüllt und auch die Beilagen sehr lecker zubereitet hat. Der Pool und die Nalge drum herum waren
Dazu gab es Rotwein aus dem Karton und afrikanische Tänze von einer ortsansässigen Volklore-Gruppe.
Anschließend haben wir noch mit den Mädels aus Norwegen ziemlich angeschickert Karten und „This ist he witch“ gespielt und waren dann erstmals nach 1 Uhr im Bett…mit der Gewissheit, dass wir am nächsten Morgen Frühstück serviert bekommen und auch mal ausnahmsweise nicht um 5 Uhr die Nacht zu Ende geht.

Okavango von oben

Am nächsten Morgen gab es mal richtiges Frühstück. Nach den meisten Tagen mit Joghurt und Müsli zum Frühstück mal eine nette Abwechslung.
Kay und Thomas hatten Susi und Andreas einen Rundflug übers Okavango Delta zum Geburtstag geschenkt und da noch ein Platz war im Flugzeug habe ich mich entschlossen mitzufliegen. 50 Euro für 1 Stunde Rundflug, das hörte sich doch gut an. Nicole war ziemlich besorgt und hat mich verabschiedet, als würden wir uns nie wieder sehen. Wir sind dann morgens gegen 10 Uhr aufgebrochen (naja, wir sollten aufbrechen, aber Tiniyko kam mal wieder ne halbe Stunde später) und saßen dann um kurz vor halb zwölf in unserem Flieger. Falls ich Bedenken hatte, waren die spätestens zu dem Zeitpunkt verschwunden, als ich sah, dass wir eine Pilotin haben sollten. Hazel hat uns auf einer Höhe zwischen 150 und 200 Metern über das Delta geflogen und wir konnten Tiere beobachten, aber vor allem das Wirrwarr der verschiedenen Landschaftsformen m Überblick sehen, die durch das Wasser in der Regenzeit so entstanden sind. Überflutete Graslandschaften, breite Ströme, Inseln im Wasser, Seen und 100erte verschiedene Farben grün. Wunderschön!
Die Stunde ging viel zu schnell vorbei und wir waren schon wieder unten. Susi war leicht grün im Gesicht und konnte den Flug leider nicht so genießen, alle anderen waren aber ziemlich begeistert.
Tiniyko hat uns dann wieder aufgesammelt (natürlich nach afrikanischer Manier wieder ne gute halbe Stunde später) und wir konnten noch kurz in der Stadt ein bisschen was einkaufen und die Fortschritte an unserem Truck begutachten. Es wurde nämlich tatsächlich irgendwo ein Ersatzteil gefunden und die Männer waren gerade dabei es einzubauen, als wir auf dem Parkplatz ankamen. Es konnte also dann doch wie geplant am selben Tag noch weitergehen nach Nata durch die Makgadikgadi Pan (was Machadichadi mit hartem „ch“ ausgesprochen wird.)
Nach Ankunft im Camp und allgemeiner Beruhigung, dass wir es doch zurück geschafft haben, sind wir dann aufgebrochen. Die Makgadikgadi Pan stellte sich als eine weitere endlose Weite heraus, die so wirklich eigentlich keine Attraktion für uns darstellt. Unser Ösi Robert hat sie aber gefilmt mit wachsender Begeisterung. Bestimmt ein toller Film, ganz viel weite flache Ebene und als Hauptdarsteller ein paar Kühe am Strassenrand! WOW!
In Nata haben wir dann in der Dunkelheit die Zelte aufgebaut und waren dann im Restaurant essen. Angeblich sollte es hier das beste Fleisch in Botswana geben, das Essen war aber eher mittelmäßig und auch noch ziemlich teuer.
Wir haben dann auch alle ziemlich frühzeitig im Zelt gelegen, da am nächsten Morgen um 3:45 Uhr die Nacht schon wieder vorbei war.

Donnerstag, 5. April 2012

Pannenhelfer in Maun

Dann ging es morgens auf nach Maun! Den ganzen Weg wieder zurück. Erst mit dem Mokoro, dann in den Jeep, dann ins Schnellboot und dann in den Truck und dann…?
Endlich endlich endlich in Maun angekommen und das völlig stinkend und geschwitzt in den 3 Tage alten Klamotten aus dem Dschungel freuten wir uns alle so auf Dusche, Camp und Abendessen am Pool. Stattdessen durften wir stundenlang auf einer Vekehrsinsel inmitten einer botswanischen Stadt sitzen und zuschauen, wie sich Tiniyko, freundliche Helfer und Ratgeber mit dem Probelm unseres Trucks beschäftigten.
Es ging nicht mehr weiter. Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt und 40 km von der ersehnten Duschen entfernt stand unser Truck und bewegte sich keine Zentimeter mehr, da die Handbremse festhing und nur mit Luftdruck wieder gelöst werden konnte, den es aber plötzlich nicht mehr gab.
Ein Traum!!!
Gefühlte 10 Stunden später wurden wir dann mit 18 Leuten in einen für 13 Leute ausgelegten Truck gepackt, mit gesamtem Gepäck und mit unseren Zelten. Es war – sagen wir mal – kuschelig!
Aber die gute Laune des Camp-Leiters, der uns auf dem Parkplatz einsammelte, ein leckeres Abendessen im Camp, eine heisse Dusche und ein schöner Gin-Tonic haben den Abend dann doch noch versöhnlich ausklingen lassen. So spät waren wir schon lange nicht mehr im Bett! Es war – sage und schreibe – kurz vor 12 Uhr Mitternacht.
Aber: Aufgrund der Panne und Ersatzteilbesorgung am nächsten Morgen wurde das Frühstück auf neun Uhr gelegt und wir konnte so was Ähnliches wie ausschlafen! Da hätte man ja fast annehmen können, dass man tatsächlich mal im Urlaub wäre;-)
Herrlich!

Das Dschungelcamp Teil 2

Am nächsten Morgen um 7 Uhr sind wir dann mit Nature zu einem 3 stündigen Streifzug durch die Wildnis aufgebrochen.(Leider war die Nacht für alle schon um 5 zu Ende, weil Tiniyko sich in der Zeit vertan hat und schon anfing Frühstück zu machen). Wir konnten einige Elefanten aus der Nähe beobachten, Affen, die auf den Bäumen rumturnten und das große Geheimnis der Termiten. Die meisten Hügel im Delta sind riesig und einem Alter von 70 Jahren für 1 Meter Hügel ab Grundwasser, kann man sich ausrechnen, wie alt teilweise die Termitenhügel sind. Der, vor dem wir standen, wurde von Nature auf ca. 400 Jahre geschätzt.
Leider haben wir sonst keine Tiere zu Gesicht bekommen (außer zwei Warzenschweine) und Nature meinte, dass das ein Zeichen dafür wäre, dass Löwen in dem Gebiet unterwegs wären.
Da wir ja schon Löwen aus nächster Nähe betrachten durften, war ich jetzt auch nicht wirklich traurig, dass wir dieses Erlebnis in freier Wildbahn ohne Schutz nicht hatten.
Zurück im Zelt mussten wir feststellen, dass die Baboons den Müll durchwühlt und Nicoles und meinen Kuchen aufgegessen hatten. Eine schöne Schweinerei. Gott sei Dank hatte Tiniyko alle weiteren Lebensmittel in seinem Zelt verstaut.
Nach dem Aufräumen des Camps war Chillen bis in den späten Nachmittag angesagt. Eine kleine Dschungeldusche mit Ausblick, ein bisschen Quatsch erzählen, den Besuch von zwei Warzenschweinen erleben, den kleinen Affen zuschauen und ein kleines Nickerchen im Zelt.
Herrlich entspannend!
Um 5 Uhr dann noch mal Aufbruch zu einem kleinen Walk in den Sonnenuntergang, bei dem wir wieder einige Elefanten aus der Nähe sehen durften und anschließend sollte es Dinner geben mit musikalischer Untermalung durch unsere 9 Guides/Ruderer.
Ja und so war es dann auch. Die Jungs haben sich in lustige Verkleidung geworfen und traditionelle Lieder und Tänze aufgeführt. Allen voran Tiniyko, unser Alleskönner. Wir wurden dann auch aufgefordert mitzutanzen und zu singen und es haben sich auch alle brav diesem Zirkus angeschlossen außer Franz, der stocksteif am äußeren Rand saß und so getan hat, als würde er schlafen. Nach den Erklärungen zu den Tänzen, unserer Vorführung eines deutschen Kanons (Froh zu sein bedarf es wenig….) und dem norwegischen Version von „Alle Vögel sind schon da“ wurde Franz aber dann zu einer Privatvorstellung mit Tiniyko gezwungen. Ein sehr lustiger Anblick;-)
Nicole und ich haben dann später noch das FC Lied gesungen, aber da waren unsere Guides schon im Bettchen.
Und auch die nächste Nacht in freier Wildbahn sollten wir trotz Elefantenbesuch im Camp unbeschadet überstehen.
Gute Nacht!

Das Dschungelcamp Teil 1

Wir sind dann morgens aus Namibia ausgereist und in Botswana eingereist. In Namibia wurden wir ein wenig kühl verabschiedet, dafür aber in Botswana umso freundlicher begrüßt! Dumelang heisst hallo und das gab es bereits bei der Passkontrolle von allen Seiten…
Die Nationalflagge ist blau wie der Himmel, schwarz für die schwarze Bevölkerung und weiß für die weiße Bevölkerung. Damit drücken sie aus, dass es keine Rassenprobleme gibt und dass jeder im Land willkommen ist. So kam es auf jeden Fall auch rüber.
Übrigens hieß es um 5 Uhr schon wieder aufstehen, aber daran sind wir ja mittlerweile fast gewöhnt. Unser Chef wird sich zu Hause wundern, dass wir plötzlich vor ihm (d.h. vor 6 Uhr) im Büro sind;-).
In Botswana angekommen sind wir relativ schnell am Okavango in ein Schnellboot umgestiegen mit dem Hinweis, dass Schwimmen aufgrund der Alligatoren und Hippos nicht erlaubt sei. Aber das wussten wir ja bereits. Dann ging sie los, die wilde Fahrt.
Die Landschaft und das glasklare blaue Wasser waren wirklich sehr schön, aber es gab in den 1 ½ Stunden nichts Neues zu sehen. Wir haben uns nur alle gefragt, was wir tun, wenn das Boot tatsächlich kentern sollte. Um uns herum Alligatoren und kein Land in Sicht. Die ca 2 Meter hohen Gräser, die während der Fahrt rechts und links an uns vorbeiflogen, sahen aus, als ob sie ebenfalls nur im Wasser stehen würden. Aber die Gedanken waren auch unnötig, ich glaube in Afrika kentert man einfach nicht. Und wen doch, kommt bestimmt jemand um die Ecke, der weiter hilft.
Wir sind dann noch in einen Jeep und anschließend ins Mokoro (Einbaum) umgestiegen, um zu unserem Dschungelcamp zu gelangen.
Vor dem Einbaum hatte ich ein bisschen Schiss, da ich mir das sehr wackelig vorgestellt hab. War es aber gar nicht. Ganz entspanntes Dahingleiten durch glasklares Wasser, Seerosenbeete und mehrere Meter hohe Grashalme. Ein überflutetes Paradies. Zwischendurch immer mal wieder das Grunzen der Hippos und ansonsten Stille. Ein sehr schönes Erlebnis. Ich möchte zwar nicht wissen, wie anstrengend das für Kendru unseren Ruderer war. Aber er meinte, er wäre absoluter Profi im Mokoro Fahren und uns würde nichts passieren. Ist auch nicht! Es war wirklich klasse!
Angekommen im Camp wurden wir von Nature, unserem Guide, für die nächsten Tage mit den Regeln vertraut gemacht. Kein Rumlaufen im Busch oder Entfernen vom Camp ohne Guide, für kleine und große Geschäfte gab´s ein Buschklo, welches aus einer einfachen Holzklobrille bestand mit einem Loch darunter, geduscht wurde in der Dschungel-Dusche, was ein großes Wasserbehälter war, der mit einem Seilzug hochgezogen wurde und täglich mit Okavango Wasser nachgefüllt wurde.
Man sollte auf Schlangen und anderes Getier aufpassen, daher am besten mit festem Schuhwerk unterwegs sein. In Gefahrensituationen wurde man angewiesen, genau auf den Guide zu hören und nicht hektisch davon zu laufen, da dann die meisten Tiere meinen, man wäre Beute.
Es gab Zweierzelte ohne Zaun oder sonstige Begrenzung gegen die wilden Tiere und der große Haufen Elefantenscheiße in der Mitte des Camps zeigte uns eindrucksvoll, dass es hier sehr wohl wilde Tiere gibt.
Nach einer Siesta im Schatten der Bäume, die untermahlt war durch den Besuch von drei Affen und wildes Vogelgezwitscher von Papageien und anderem bunten Gefieder, hieß es um 5 Uhr wieder in die Mokoros steigen und auf zum Sundowner auf dem Fluss.
Es war wunderschön, Sonnenuntergang, Stille und das sanfte Gleiten durch die hohen Gräser.
Ja und dann waren sie plötzlich da: die Hippos! Wir waren plötzlich eingekreist von großen gefährlichen Tieren (laut zahlreicher Studien blabla, die gefährlichsten Tiere Afrikas) und mir war am Anfang völlig unwohl. Unsere Guides blieben ganz ruhig. Kein Grund zur Besorgnis. Hippos wären eigentlich sehr friedliche Pflanzenfresser, die im Übrigen zwar die meiste Zeit im Wasser sind und auch bis 5 Minuten unter Wasser sein können, die aber überhaupt nicht schwimmen können. Sie bewegen sich hüpfend vorwärts. Wenn man ihnen zu nahe kommt, demonstrieren sie Ihr eigenes Unwohlsein durch Aufreißen des Mauls und Zeigen Ihrer Zähne. Und überraschen sollte man sie tunlichst nicht, auch dann können sie gefährlich werden.
Das Aufreißen des Mauls durften wir dann auch einmal an diesem Abend erleben, als sich ein Hippo uns bis auf 20 Meter näherte. In der Dämmerung ziehen sie dann an Land, um dort zu schlafen. Daher haben wir uns dann auch ein wenig beeilt, als die Sonne untergegangen war, wieder ins Camp zurückzukommen.
Es war auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis diese Tiere aus der Nähe beobachten zu können.
Nach Rotwein und Dinner ging es dann ab in die Zelte zu einer (relativ entspannten) Nacht...Wecker erst um 6 Uhr! Quasi ausschlafen!

Caprivi Strip

Wir sind dann überraschenderweise morgens um 5 Uhr wieder aufgestanden, um zum nächsten Abenteuer aufzubrechen. 2 Tage und Nächte im Dschungelcamp im Okavango Delta mit einer Zwischenübernachtung im Caprivi Strip.
Ich war äußerst skeptisch, ob der Hitze, der Tiere, der Moskitos, der Einbaumfahrt usw.usw. Aber mitgehangen, mitgefangen! Da musste ich dann wohl auch mit durch!
Aber erst einmal war ja wieder Fahrtag angesagt. Insgesamt 650 km bis zu einem Camp nahe der botswanischen Grenze, um dann morgens direkt einreisen zu können.
Unterwegs gab es dann außer einer geraden Straße, die am Horizont auch nach hunderten Kilometern immer noch gerade erschien und zwei Straßenkontrollen, eine wegen Maul- und Klauenseuche und eine Polizeikontrolle, die uns eine Viertelstunde Zeit gekostet hat, nichts aufregendes zu sehen. Die Polizeikontrolle war allerdings noch äußerst amüsant, da leider genau zu dem Zeitpunkt, wo Tiniyko seinen Führerschein zeigen musste, der erste Tank leer wurde und wir durch Luft in der Pipeline erstmal den Truck vorne kippen mussten. Kannten wir schon, aber die Dame in Polizeiuniform dachte wohl, wir wollten sie verscheißern. Sie wurde richtig grantig, da wir nicht sofort weiterfahren konnten und damit ja die ach so viel befahrene Straße blockierten und forderte Tiniyko auf, den Truck aus dem Schatten (in dem sie weiter Autos kontrollieren wollte) in die Sonne zu schieben. Ja, na klar, kein Problem. Wir schieben mal gerade ein paar Tonnen beiseite…
Tiniyko hat alles mit Humor genommen und die ganze Zeit nur gequatscht, dass er gleich fertig wäre, dass er froh wäre, dass Polizisten so hilfsbereit sind, dass er ihnen einen schönen Tag wünscht, dass es schön wäre, wenn er Unterstützung hätte, das aber auch alleine schaffen würde usw. usw.
Ich glaube, die Furie hätte ihn am liebten erwürgt. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß.
Gegen 5 Uhr waren wir dann im Camp am absoluten A. der Welt (mal wieder). Eigentlich ganz schön dort, der Okavango direkt unterhalb der Zelte, eine Bar am Wasser und ein Swimmingpool. Und, was am besten war: WIFI! Klasse!
Nach kürzester Zeit saßen Team Deutschland und Team Norwegen fast komplett am Pool und surften im Internet bzw. telefonierten mit den Liebsten, die evtl. auch gerade online waren. Nach Swakopmund das erste Mal Internet, und das mitten im Busch.
Auf der Fahrt zum Camp sind wir an sehr vielen Strohhütten vorbeigekommen, die immer in einem Viereck angeordnet einer Familie gehören. Tiniyko kommt selbst aus einer Familie, in der sein Vater insgesamt 3 Frauen hatte und diese alle zusammen mit den Kindern auf so einem Hof in unterschiedlichen Hütten leben. Die erste Frau trifft wohl immer die Entscheidungen und die nachkommenden Frauen haben sich unterzuordnen. Und irgendwie wird das akzeptiert. Kaum vorstellbar bei uns (finde ich jetzt als Frau, einige Männer sind da bestimmt anderer Meinung;-))
Tiniyko hat 15 Geschwister, davon 12 Brüder und nur einen Bruder mit derselben Mutter, die aber auch bereits tot ist. Er spricht alle Sprachen, die im Süden von Afrika gesprochen werden, es ist wirklich unglaublich, mit wem er sich alles unterhalten kann.
Er erzählte mir, dass er das früher als Spiel aufgefasst hat und einfach sehr interessiert war in allem, was mit Sprachen zu tun hatte. Irgendwann konnte er sie alle. Er beherrscht auch die lustigen Schnalz- und Klicklaute. Als er uns erklären wollte, wie alt sein Daddy geworden ist, musste er allerdings 2010 minus 1936 im Sand aufschreiben und nach allen Regeln der Rechenkunst abziehen.
Außerdem kann er einen Truck fahren und wenn´s sein muss, reparieren, kennt sich in der Wildnis aus, ist den ganzen Tag (meist singend) gut gelaunt – was allerdings um 5 Uhr morgens extrem nervig sein kann – kann halbwegs kochen, ein richtiges Allround-Talent für diesen Job. Bei uns könnte man damit ein Vermögen verdienen, hier wahrscheinlich eher nicht.
Er meinte, er tut das alles nur, damit es seiner kleinen Tochter halbwegs gut geht. Da er aber die meiste Zeit mit Drifters unterwegs ist, sieht er die nicht all zu häufig.
Und was er sonst noch für Talente hat, haben wir dann im Dschungel festgestellt. Aber dazu später mehr.

Dienstag, 3. April 2012

Etosha 2 oder die Begegnung mit einem Elefanten

Am nächsten Morgen dann mal wieder um 5:30 Uhr raus, da wir einen morgendlichen Game-Drive unternehmen wollten, um dann in unserem zweiten Ziel im Osten des Parks Namutoni die Zelte wieder aufzuschlagen.
In der Hoffnung auf Tiere und vor allem die großen 5 (Löwe, Büffel. Leopard, Elefant und Rhino) sind wir dann los.
Aber es gab gar nix, alle Tiere hatten sich irgendwie überlegt, sich uns nicht zu zeigen. Noch nicht einmal die langweiligen Springböcke haben sich uns in den Weg geschmissen. Ein kleines Highlight gab es dann aber schon, ein Rhinozeros hatte sich wohl nicht an die große Vereinbarung der Tiere gehalten und sich dann doch in unser Blickfeld verlaufen.
Wir waren dann nach dieser recht langweiligen morgendlichen Fahrt durch den Park bereits vor dem Mittag in unserem Camp, Zelte aufbauen und an den Pool! Grandios! Ein bisschen rumplanschen, ein bisschen rumliegen, ein bisschen Bier trinken, ein bisschen Ballspielen im Pool, lesen, rumdösen….nach den letzten super langen Tagen war es wirklich mal entspannend!
Um halb fünf ging es dann wieder los zum abendlichen Game-Drive! Die norwegischen Mädels hatten sich gegen die Fahrt entschieden, da wir ja morgens schon keine Tiere gesehen hatten und wir hatten endlich mal Ruhe und Platz um Truck.
Und wir wurden wirklich belohnt! Giraffen, die vor uns die Straße kreuzten mit kleinen Babygiraffen, Gnus, Warzenschweine, Springböcke, Oryx, Zebras ohne Ende und dann auch noch eine große Herde Elefanten, die hinter uns über die Straße gelaufen ist.
Tiniyko hat dann einen kleinen U-Turn hingelegt, der alles im Bus durcheinander gebracht hat und preschte auf die Herde zu. Kurz vorher eine Vollbremsung und die ganze Mannschaft klebte an der Vorderscheibe.
Wir haben dann wirklich aus allernächster Nähe die Elefantenherde begutachten dürfen. Leider fand das die Leitkuh gar nicht so toll, und hat unserem Truck gefährlich gedroht. Da ich direkt am offenen Fenster auf Augenhöhe der Elefantenkuh stand, war dann schon etwas befremdlich (Nicole meinte, ich hätte mich selten so schnell bewegt, als ich zuerst das Fenster hochgerissen und mich dann einen Meter vom Fenster wegbewegt hab).
So in 2 Meter Entfernung von einer wildgewordenen Elefantenkuh, die im Zweifelsfall ohne Probleme den Truck umgestoßen hätte, das war schon ein besonderes Gefühl.
Zum Schluss dann noch ein paar Giraffen im Sonnenuntergang und wir konnten glücklich beim Essen und kühlem Bier den Tag ausklingen lassen.

Etosha 1 und die großen Schmusekatzen

Wir fahren also gemütlich über die Parkgrenze, noch ein letzter Pipi-Stopp vor dem Camp, dass wir gegen Mittag erreichen sollen (weil aus dem Auto aussteigen darf man natürlich nicht und über die Reling pieseln ist definitiv auch nicht erlaubt) und dann rein in den Park. Nach gefühlten 2 km schon die erste Attraktion: Ein Elefant beim Sandbaden! Und dann nach weiteren gefühlten 3 km das totale Highlight! Eine Gruppe von Löwen direkt am Straßenrand, sich räkelnd in der Sonne, faul unterm Baum liegend und Dinge tuend, von denen ich jetzt nicht berichten möchte!
Tiniyko ist quasi ausgeflippt! „You are so lucky, lucky people in Africa. You will never see such a situation from this distance! Lucky, lucky, lucky…..”
Ja, es war wirklich beeindruckend, so beeindruckend, dass die beiden norwegischen Barbies direkt mal aus dem Truck aussteigen wollten. Tiniyko konnte sie gerade noch aufhalten! Halleluja, soviel Doofheit müsste wirklich bestraft werden (es war auch anschließend eine kleine Ansprache von Tiniyko fällig).
Wir haben uns dann einen Vortrag über Löwen angehört und wie oft sie so rummachen am Tag (ein Löwe kann so bis zu 50 Mal am Tag, das wird aber umso beeindruckender, wenn man registriert, dass er auch noch 16-18 Stunden am Tag schläft). Wir durften als Zuschauer diesem Schauspiel einige Male beiwohnen, da wir an der Löwenstelle auch mindestens eine Stunde verharrten).
Wir sind dann weitergefahren, es gab noch einige Zebras und Giraffen aus der Ferne und dann durften wir uns im Camp von den aufregenden ersten Eindrücken erholen.
Abends gab es dann noch einen Game-Drive, wobei wir dort nur die mittlerweile nicht mehr ganz so beeindruckenden Sprinböcke, Kudus, Oryx und Gnus beobachten durften. Die ganze Steppe war voll mit diesen Tieren und es war schon ein schönes Schauspiel. Aber die großen Tiere fehlten!
Nach einem schönen afrikanischen Abendessen und ein bisschen Rotwein sind wir dann selig eingeschlafen.

Freitag, 30. März 2012

Der brennende Berg

Der brennende Berg
Zum letzten Abend bleiben noch ein paar Worte zu sagen: Die norwegischen Mädels waren beim Skydiving! Und waren völlig flashed!
Wir sollten um sieben essen und einer afrikanischen Tanz- und Gesangsgruppe dabei lauschen.
Mit sieben essen wurde leider nichts. Die Mädels tauchten einfach nicht auf und irgendwann rief eine völlig trunkene Mette an, dass sie irgendwie dann nicht zum Essen kommen wird. Wir vernünftigen Deutschen haben dann der Volklore gelaucht, die wirklich ganz schön war, aber ob der kleinen Zuschauermenge dann doch etwas beschäment!
Irgendwann fielen die Mädels dann nach und nach mit ihren Guides ein und konnten außer gelalltes Kreischen gar nichts mehr. Mette war sich an dem Abend auch ganz sicher, dass sie am nächsten Morgen auf jeden Fall noch einen freien Fall für sage und schreibe 170 Euro machen wollte. Wir haben sie versucht, zu überzeugen, dass sie morgens nicht mehr springen kann, weil wir das von der Zeit gar nicht schaffen werden, aber sie war leider nicht zu überzeugen!
Nicole hat dann nachts noch die Russendisko vor unsrem Haus aufgelöst(die zwei Guides haben volltrunken ein Gespräch mit lauter Musikuntermalung geführt) und wir konnten dann irgendwann endlich schlafen.
Die Mädels hatten auf jeden Fall am nächsten Tag einen ganz üblen Hangover und der Spaß war auf unserer Seite;-)
Der nächste Tag war Fahrtag! Wir durften mal wieder die meiste Zeit in unserem Truck verbringen und haben einige Zwischenstopps eingelegt. Der interessanteste von den Zwischenstopps war der Stopp bei einer klitzekleinen Robbenkolonie, die 2 Mio. umfasst. Aber man glaubt wirklich nicht, wie die Viecher stinken können. Und leider liegen die verendeten Seehunde auch dazwischen und es riecht wirklich nicht so lecker. Neben dem Gestank, der derzeit aus unserem Kühlschrank strömt, hier ist ein kleines Glas Knoblauch all over the bus verschüttet worden, und von den dort gezüchteten Biokulturen mal ganz zu schweigen, verfolgte mich der „Geruch des Todes“ den ganzen Tag. Pfui Teufel!
Wir haben uns dann noch in einer 2 stündigen Wanderung die 5000 Jahre alten Zeichnungen in einem Tal zwischen Brandberg und Brandberg angeschaut (boah wat heiss) und durften danach in unser Luxuscamp einkehren, was nach endlosen 2km endlich am Horizont auftauchte (in Afrika dauern 2 km irgendwie länger, es waren auch nach meiner Schätzung eher mindestens 10, aber gut, that´s Africa). And laut Tinyiko : There is no hurry in Africa!
Das Luxuscamp war nicht so wirklich der Brüller. Ein zweitrangiger Campingplatz mit zweitrangiger Ausstattung. Aber da es nur für eine Nacht war, die ja bereits wieder um 5 Uhr enden sollte, war es nicht ganz so tragisch.
Highlligths an diesem Tag? Eigentlich keine so wirklichen! Ein ganz netter Abend mit ganz netten Menschen und ein bisschen Wein und ein bisschen afrikanischem Essen (wir mussten die Snacks danch noch auspacken) und dann ins Bettchen.
Am nächsten Tag dann ab in den Etosha National Park!
Endlich richtigen Tiere!!!!!!

Der brennende Berg

Der brennende Berg
Zum letzten Abend bleiben noch ein paar Worte zu sagen: Die norwegischen Mädels waren beim Skydiving! Und waren völlig flashed!
Wir sollten um sieben essen und einer afrikanischen Tanz- und Gesangsgruppe dabei lauschen.
Mit sieben essen wurde leider nichts. Die Mädels tauchten einfach nicht auf und irgendwann rief eine völlig trunkene Mette an, dass sie irgendwie dann nicht zum Essen kommen wird. Wir vernünftigen Deutschen haben dann der Volklore gelaucht, die wirklich ganz schön war, aber ob der kleinen Zuschauermenge dann doch etwas beschäment!
Irgendwann fielen die Mädels dann nach und nach mit ihren Guides ein und konnten außer gelalltes Kreischen gar nichts mehr. Mette war sich an dem Abend auch ganz sicher, dass sie am nächsten Morgen auf jeden Fall noch einen freien Fall für sage und schreibe 170 Euro machen wollte. Wir haben sie versucht, zu überzeugen, dass sie morgens nicht mehr springen kann, weil wir das von der Zeit gar nicht schaffen werden, aber sie war leider nicht zu überzeugen!
Nicole hat dann nachts noch die Russendisko vor unsrem Haus aufgelöst(die zwei Guides haben volltrunken ein Gespräch mit lauter Musikuntermalung geführt) und wir konnten dann irgendwann endlich schlafen.
Die Mädels hatten auf jeden Fall am nächsten Tag einen ganz üblen Hangover und der Spaß war auf unserer Seite;-)
Der nächste Tag war Fahrtag! Wir durften mal wieder die meiste Zeit in unserem Truck verbringen und haben einige Zwischenstopps eingelegt. Der interessanteste von den Zwischenstopps war der Stopp bei einer klitzekleinen Robbenkolonie, die 2 Mio. umfasst. Aber man glaubt wirklich nicht, wie die Viecher stinken können. Und leider liegen die verendeten Seehunde auch dazwischen und es riecht wirklich nicht so lecker. Neben dem Gestank, der derzeit aus unserem Kühlschrank strömt, hier ist ein kleines Glas Knoblauch all over the bus verschüttet worden, und von den dort gezüchteten Biokulturen mal ganz zu schweigen, verfolgte mich der „Geruch des Todes“ den ganzen Tag. Pfui Teufel!
Wir haben uns dann noch in einer 2 stündigen Wanderung die 5000 Jahre alten Zeichnungen in einem Tal zwischen Brandberg und Brandberg angeschaut (boah wat heiss) und durften danach in unser Luxuscamp einkehren, was nach endlosen 2km endlich am Horizont auftauchte (in Afrika dauern 2 km irgendwie länger, es waren auch nach meiner Schätzung eher mindestens 10, aber gut, that´s Africa). And laut Tinyiko : There is no hurry in Africa!
Das Luxuscamp war nicht so wirklich der Brüller. Ein zweitrangiger Campingplatz mit zweitrangiger Ausstattung. Aber da es nur für eine Nacht war, die ja bereits wieder um 5 Uhr enden sollte, war es nicht ganz so tragisch.
Highlligths an diesem Tag? Eigentlich keine so wirklichen! Ein ganz netter Abend mit ganz netten Menschen und ein bisschen Wein und ein bisschen afrikanischem Essen (wir mussten die Snacks danch noch auspacken) und dann ins Bettchen.
Am nächsten Tag dann ab in den Etosha National Park!
Endlich richtigen Tiere!!!!!!

Montag, 26. März 2012

It never rains in Swakopmund

Wir sind nun in Swakopmund. Alles hier ist deutsch. Die Straßennamen, die Namen der Restaurants und ansässigen Firmen. Irgendwie fühlt man sich ganz merkwürdig. Man wird überall auf Deutsch begrüßt und in der Apotheke, in der wir eben waren, fühlte man sich wie in Köln. Nur deutsche alte Menschen, die Apothekerinnen deutsch, alle Produkte aus Deutschland und in der Apotheke ein Schild über das Jubiläum des Prinzessinnen Rupprecht Heims mit Untermalung durch den ansässigen deutschen Männergesangsverein. Für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt!
Irgendwie hätte ich mir das alles ein wenig afrikanischer vorgestellt. Immerhin ist Deutsch-Südwestafrika schon längst Geschichte!
Wir haben uns heute gegen jegliche Aktivitäten entschieden, es gab so ein paar Sachen zu Auswahl wie Sandboarding, Skydiving, Dolphin Watching etc. Und wir haben alles wieder richtig gemacht!
Es regnet nämlich heute in Swakopmund, obwohl es hier angeblich um die Jahreszeit nie regnet!
Gestern Abend haben wir uns mit ein paar Norwegerinnen angefreundet. Die drei Mädels, die zusammen unterwegs sind (Hanna, Mette und Christina) haben sich in Norwegen bei der Armee kennengelernt und dann ein halbes Jahr gearbeitet, um sich die Reise leisten zu können. Und unsere 2 Diven, die aussehen wie „Norwegians next Top Model“ finden sie auch nicht so klasse. Tja und wir dachten alle, dass es sich um ganz dicke Freundinnen handelt. Wie man sich täuschen kann;-)
Nachdem wir dann an der Hotelbar noch ein bisserl was getrunken, Dire Straits gemeinsam geträllert haben und um halb elf von Tiniyko ins Bett geschickt wurden aufgrund der Lautstärke, haben wir nun neue junge Freundinnen gewonnen.
Heute Abend gibt es dann noch Afrikanischen Tanz und ein Braai (Barbecue) und morgen geht es Richtung Brandberg

Heiß, heißer, Sossusvlei

Um 5 Uhr morgens hieß es dann wieder aufstehen. GÄHN.
Im Dunkeln Zelt abbauen, Tasche packen und in den Bus und das mit der ständig lauernden Gefahr der Black Mamba.
Wir haben dann aber Zelt abgebaut und Tasche gepackt ohne menschliche Verluste, doch auf dem Weg vom Zeltplatz zum Truck tauchte sie dann auf; zwar nicht die Black Mamba herself sondern ein kleineres Exemplar was rot und schwarz gemustert war, aber dennoch eindrucksvoll. Ich hab Nicole ganz „ruhig“ darauf hingewiesen, dass sich gerade hinter ihr eine Schlange befindet und sie hat den gesamten Zeltplatz eindrucksvoll darauf hingewiesen, dass sie meinen Hinweis verstanden hat.
Außerdem hat sie sich dermaßen schnell auf einen Stein bewegt und das Zelt an der einen Seite fallenlassen, dass wir nun leider auf der einen Seite einen ausgerissenen Tragegurt haben und ich mit 25 Kilo Zelt und der roten Schlange alleine da stand.
Die Schlange hat sich weder von Nicoles Schrei noch von mir oder sonst jemanden beeindrucken lassen und sich ziemlich genervt ins Gebüsch verpieselt. Schade, dass ich keine Kamera zur Hand hatte.
Nachdem Nicole den Muezzin gespielt hatte, waren ja alle wach und es konnte losgehen in Richtung Rote Dünen und Sossusvlei.
Auf dem Weg dorthin haben wir alles an Tieren gesehen, was die Wüste Namib so zu bieten hat. Zebras, Oryx, Schakale, Springböcke, Strauße, Wüstenfüchse, Trappen, Kudus und das alles direkt vor uns, neben uns, hinter uns! Diese komische Pirschfahrt am Abend hätten wir uns irgendwie sparen können. Aber im Dunkeln durch die Wüste war ja auch ganz nett!
Gegen 10 Uhr waren wir dann an Düne 32 angekommen, die wir dann auch im Schweiße unseres Angesichts besteigen durften. Dünen besteigen bei 30 Grad Hitze ist kein Spaß. Vor allem, weil Aufstiege im Sand doch sehr anstrengend sind, weil man immer 1 Schritt geht und einen halben zurück rutscht. Um viertel vor elf waren wir dann oben. Fotosession auf dem Gipfel und eine traumhafte Aussicht auf ein riesiges Gebiet von roten Dünen, weißem Lehmboden in endloser Weite.
Die Anstrengung hat sich wirklich gelohnt!
In brütender Mittagshitze war der nächste Tagesordnungspunkt dann eine Fahrt mit dem Jeep und eine kurze Wanderung zum Deadvlei und anschließend zum Sossusvlei, was beides Ebenen mit weißem Untergrund zwischen den roten Dünen sein sollten, wo früher ein Fluss lang gelaufen ist.
Im Deadvlei standen zusätzlich noch uralte abgestorbene Bäume rum, die uns ein paar tolle Bilder gebracht aber auch mindestens 2 Liter Schweiß gekostet haben. Mittlerweile waren es nämlich geschätzte 40 bis 45 Grad.
Wir waren alle froh, als es dann zurückging. Im Bus waren es zwar auch mindestens 40 Grad aber durch den Fahrtwind hatten wir wenigstens ein bisschen Abkühlung.
Die nächste Station sollte ein Camp mitten in der Wüste sein mit einem Abstecher in einen kleineren Canyon. Da die Hitze immer noch unerträglich war, haben alle außer den Ösis beschlossen, nicht in den Canyon hinab zu steigen. Im Nachhinein auch sehr gut, da die Verrückten eine schlafende Kobra entdeckt haben und diese dann erstmal aufgeweckt haben, damit man ein Foto fürs Album schießen kann. Das Foto ist auch gut geworden und keiner zu Schaden. Aber verrückt fanden wir alle diese Aktion schon.
Das Camp stellte sich als recht neu heraus mit einem Swimmingpool in der Mitte! Was für ein Luxus. Das erste Bier gabs im Pool mit Blick auf Berge und Wüste. Ein Traum!
Abends hat Team Deutschland dann ein fantastisches Essen gezaubert. Barbecue und Polenta mit Tomatensoße, geröstetem Knoblauchbrot und frischem Möhren- Weisskohlsalat. Alle waren begeistert.
Leider war die anschließende Nacht nicht so angenehm, da sich gegen 3 Uhr ein Schakal über unsere Essensreste und Mülltonnen hergemacht hat und dabei einen wahnsinnigen Lärm veranstaltet hat, dass das halbe Camp bis zum Morgengrauen nicht mehr schlafen konnte.
Aber da um halb sechs sowieso Aufstehen angesagt war, waren es ja nur 3 ½ Stunden weniger Schlaf;-)

Ab in die Wüste

Am nächsten Morgen sind wir dann zu einem kleinen Spaziergang aufgebrochen, wo uns unser Guide ein bisschen was zu den Pflanzen und Tieren der Namib Wüste erzählt hat.
Unter anderem gab es eine Einweisung in die verschiedenen Tierkotarten. Tierkot von Pflanzenfresser kann man natürlich essen, weil er völlig natürlich ist und keine Bakterien enthält (Nee, is klar). Er hat uns das dann auch eindrucksvoll bewiesen. Igitt!
Auf diesem ersten Spaziergang durften wir Springböcke und Strauße aus der Ferne begutachten und fanden das schon klasse. Nach ca. 2 Stunden war es aber dann schon wieder so heiss, dass wir auf dem Rückweg jedes kleinste bisschen Schatten für eine Pause genutzt haben.
Zurück im Camp war relaxen angesagt.
Wie schnell doch so ein Tag mit Nichtstun vergehen kann. Und man konnte wirklich nichts tun, als von Schattenplatz zu Schattenplatz zu ziehen…
Abends um halb sechs wurden wir dann von Antony – dem einzigen Guide bei Drifters, der von Beginn an dabei war, d.h. seit 25 Jahren – zu einer abendlichen Safarirundfahrt im Jeep abgeholt.
Auf dieser sehr rumpeligen Tour durch das nähere Umland haben wir dann noch mal Springböcke, Oryx Antilopen, Strauße, Schakale und einen seltenen Erdwolf gesehen. Außerdem hat Antony uns einen Skorpion gezeigt mit dem Hinweis, dass Bisse von Skorpionen selten tödlich aber äußerst schmerzhaft sind. Nur kleine Kinder und ältere Menschen könnten von Skorpionbissen sterben.
Außerdem soll es bei uns im Camp diverse Schlangen und Skorpione geben und eine Black Mamba, die im Baum oberhalb des Camps wohnt und dort die Eier der Webervogelkolonie frisst.
Auch das fanden wir nun nicht wirklich beruhigend. Zurück im Camp wurden die Wege dann doppelt ausgeleuchtet und plötzlich trugen alle festes Schuhwerk und Flip-Flops waren total out für den Abend. Als Ingerid dann auch noch auf dem Rückweg vom Klohaus eine Schlange auf dem Weg entdeckt hat, waren die Träume von Schlangen und Skorpionen nachts vorprogrammiert.
Aber mit genug Rotwein kann man auch diese Gefahren ausblenden….

Sonntag, 25. März 2012

Ab in die Wüste

Am nächsten Morgen ging es um 5 Uhr los. Zelte abbauen, Frühstück um 6 und dann ab in den Bus, weil wir eine sehr weite Strecke vor uns hatten.
Ich hab dann fast einen armen kleinen Froch gekillt, der es sich über Nacht in meinem Schuh gemütlich gemacht hatte, er hatte Glück, dass ich den Tag davor einen Skorpion gesehen hatte und seitdem nun morgens immer meine Schuhe auf alle möglichen Kriechtiere untersuche.
Die Fahrt ging los Richtung Fish River Canyon. Nach dem Grand Canyon der zweitgrößte Canyon der Welt. 500 Meter tief und 160 km lang. In brütender Mittagshitze haben wir einen einstündigen Spaziergang am Canyonrand unternommen, ein paar Bilder gemacht und waren froh als wir dann nach einem kleinen Lunch wieder in den Bus steigen konnten, wo wenigstens der Fahrtwind den Schweiß getrocknet hat.
Die Fahrt ging dann weiter in die Namib Wüste, in Bethanien noch ein kurzer Zwischenstopp und dann ins Desert Camp.
Auch hier erwartete uns brütende Hitze und ein Camp was aus ein paar Holzdächern zum Schutz gegen die Sonne, einem kleinen Küchenbereich und einem offenen WC und Duschbereich bestand. Alles in allem sehr geschmackvoll und sauber.
Den Abend haben wir dann bei ein bisschen Wein und einem leckeren Beef Eintops ausklingen lassen.

Tag 2: Extreme Paddeling

Der zweite Tag wurde mit Frühstück um halb acht eigeläutet. Anschließend in die Boote mit dem Hinweis, dass wir ca. bis 13.30 Uhr unterwegs wären.
Halleluja. Am Tag vorher waren schon 2 Stunden anstrengend und nun fast 6!?
Es war aber alles irgendwie einfacher als gedacht, weil wir ein bisschen mehr Strömung hatten als am Tag vorher. Die ersten Stromschnellen hatten wir auch mit Bravour gemeistert, bis sich unsere 2 Oberchicks aus Norwegen mal ein bisschen quer gestellt haben und wir leider auf die Seite mit den großen Steinen ausweichen mussten. Auch das Ausweichmanöver haben wir noch mit bravour gemeistert unser Boot hat auch wie von selbst in der Stromschnelle eine ganz tolle Gelegenheit zum Einparken gefunden und da saßen wir dann halt mal fest. Kein Vorwärts und Rückwärts war mehr möglich. Super Situation! Unser Guide hat uns dann aus der misslichen Lage befreit und ist dabei selbst bis zur Schulter nass geworden, weil er vor unserem Kanu in ein nicht vorhergesehens Loch reingerutscht ist.
Wir hatten dann eigentlich keine weiteren Highlights mehr zu bieten. Zwar hätten wir sicherlich in der B-Note so einige Abzüge erhalten, weil wir teilweise quer und auch nur mit Mühe diese blöden Stromschnellen hinter uns gebracht haben, und jeder Stein, den man nicht sehen konnte hat unser Boot wie ´von selbst gefunden, aber wir sind doch immer runter gekommen und auch ohne unsere wertvolle Ladung zu verlieren.
Team Norwegen hat dann kurz vor Ende noch zu 2/3 die 180 Grad Drehung geübt. Zuerst sind die zwei Oberchicks gekentert und anschließend dann ein zwei Mädels, die eigentlich total souverän aussahen beim Paddeln, die aber leider einen großen Stein übersehen hatten.
Das hat uns dann alles ziemlich viel Zeit gekostet, so dass wir dann nicht um halb zwei sondern erst um kurz nach drei an der Ausstiegsstelle waren.
Völlig kaputt haben wir dann bei Ankunft im Camp noch zwei Bierchen getrunken, ein bisschen am Pool relaxt, unsere Zelte aufgebaut und den Abend bei einem schönen Barbecue ausklingen lassen.

Nasser Wildnistrip mit Unterton

Nachdem wir dann alle über die Grenze durften (die Ösis wurden allesamt nochmals zum Bildvergleich reingerufen, weil sie sich angeblich nicht ähnlich sahen) waren wir dann nach kurzer Zeit in unsere Domizil am Orange River angekommen. Eine Oase mitten in der Wüste.
Ein wunderschönes Areal mit Strohgedeckten kleinen Bungalows, einem Shop, Internetcafé, einer Bar, Pool und das alles mit Blick auf den Orange River und 10 Kanus am Wasser, die fröhlich in brütender Hitze auf uns warteten.
Und dann noch eine kleine Aufregung zwischendurch: Ein lieblicher kleiner Skorpion hatte sich in das Waschbecken der Herrentoilette verirrt. Sehr süß der Kleine. Ein Angestellter des Hauses hat in dann liebevoll mit einer Klobürste im Baum vor unseren Zelten ausgesetzt.
Jedes Boot mit 2 Insassen bekam 3 weiße Tonnen, wo wir dann unser Zeug für die nächste Nacht in der Wildnis verstauen sollten.
Kurze Einweisung am Wasser (links paddeln, Boot fährt nach rechts, rechts paddeln Boot fährt nach links) und schon gings los. Wenden, Stoppen, scharfe Kurven und Ausweichmanöver wurden Gott sei Dank nicht besprochen, weil sonst wäre die Fahrt ja evtl. langweilig geworden.
Am ersten Tag sollte nach 2 Stunden Schluss sein mit Paddeln. Da der Tag bis zu Beginn der Paddeltour schon lang genug war, haben sich die 2 Stunden Paddeln dann noch gezogen wie Kaugummi. Vor allem als wir zu der Sandbank abbiegen wollte, wo wir übernachten sollten, hat uns der Gegenwind fast wieder zurückgepustet. 2 Ösis mussten gerettet werden, da reichten die Kräfte nicht mehr, um gegen den Wind anzupaddeln.
Da wir aber ein wenig später als geplant losgekommen sind (We are in Afrika, no hurry in Africa….) mussten das Aufbauen des Lagerfeuerplatzes zum Kochen und Essen und das Zubereiten des sehr typischen Lagerfeuermahls Spaghetti Bolognese im Dunkeln stattfinden.
Lecker wars trotzdem, und nach 3 Rotwein war auch der Schlafplatz unter freiem Himmel nicht mehr so tragisch. Der Sternenhimmel ist gigantisch schön wenn mal keine Lichtquellen vorhanden sind und auch der Wind am direkten Schlafplatz war nicht mehr so tragisch. Geschlafen hat man dort natürlich nicht wirklich. Vor allem weil ich Depp meine Oropax im Gepäck im Bus vergessen hatte und wir so 3-4 penetrante Schnarcher hatten, die heftig und im Wettbewerb gegen die Stille der Wildnis angekämpft haben.

Der Arsch der Welt

Nach 700 km anstrengender Fahrt waren wir abends dann in einem Ort mit dem sprechenden Namen: Hondeklippbaai.
Warum um alles in der Welt muss ich eigentlich auf meinen Reisen immer einen neuen Arsch der Welt finden? Ein kleines völlig verschlafenes Nest zu dem nur eine 100 km lange Schotterpiste führt, der aus 50 Häusern besteht, die Strassen aus Sand gebaut, alles voll Müll und Dreck, den der Wind durch die Gegend bläst und unsere Gruppe.
Wahrscheinlich ist der Ort im Hochsommer ein Surferparadies, bei uns war es arschkalt und von Surfern keine Spur. Wir sind in einem kleinen Hostel abgestiegen, von einem Pärchen, die wahrscheinlich morgens den Tag mit einem Glas Weißwein beginnen und 3 Hunden (Größe Yorkshire abwärs) und ihrem Sohn, der mit seinem Surferlächeln unsere Norwegerinnen vom Kochen abgehalten haben.
Ein zehnminütiger Spaziergang und wir hatten alles gesehen!
Zurück in der Herberge gab es was zu Essen, ganz viel Weißwein und ein paar lustige Geschichten am Pool mit Kay, Thomas, Andreas und Susi; unserem restlichen Team Germany.
Am nächsten Morgen um 8:30 Uhr sollte es dann weiter gehen über Springbok und die Grenze nach Namibia zum Orange River.

Mittwoch, 21. März 2012

Hit the road

Heute ist ein Fahrtag:
700 km auf südafrikas Strassen, ein Tag im Truck!
Heute morgen gab es noch einen letzten Blick auf Kapstadt mit dem Tafelberg und dem Signal Hill, ein kurzer Abriss über Nelson Mandela (der eigentlich ganz anderes heisst, was aber niemand aussprechen kann außer unser Guide), ein Stopp im hiesigen Supermarkt, wo wir uns alle nochmals mit Bier, Wasser und ein paar Snacks für zwischendurch eingedeckt haben (gut bei manchen sah das so aus, als ob sie Angst hätten, wir würden 4 Wochen alleine in die Wüste geschickt und man muss sich dafür rüsten oder aber es bricht evtl. in ein paar Tagen ein Krieg aus und es tritt eine große Lebensmittel, Bier und Weinknappheit ein) und dann ab nach Namibia.
Wir haben uns auf paar Snacks und Wasser beschränkt und werden nun versuchen, die 700 km unbeschadet zu überstehen!

Ausflüge in und um Kapstadt für „Happy People“!!!!!!

Vor jedem neuen Ausflug ein paar nette (und sehr laute) Worte unseres Guides und zum Schluss immer die obligatorische Frage: Happy People????
And we all say: YES!
Ansonsten würde er wahrscheinlich auch immer weiter reden.
Wir sind schon wieder on the Road. Der gestrige Tag war voll gepackt mit Erlebnissen und Eindrücken. Begonnen haben wir mit der Besteigung des Tafelbergs. Dafür waren ca. 11/2 bis 2 Stunden veranschlagt und unser Tiniyko meinte, das geht normalerweise schneller.
Hochmotiviert starteten wir gegen 9 Uhr morgens den Aufstieg.ca. 650 Höhenmeter sollten es werden. Was er uns nicht gesagt hatte war, dass den ganzen Morgen die Sonne im Berg genau da stand, wo wir hochsteigen mussten und dass der Weg aus Steinstufen bestand, von denen jede so ca. einen halben Meter hoch war. Auf deutsch: Es war scheisse anstrengend!!
Ich bin dann alleine hochgestiegen, weil ich irgendwie irgendwann in mein Tempo verfallen bin. Unterwegs hab ich immer mal wieder einen Südafrikaner überholt und er mich dann wieder, der mir erzählte, dass er das gerade zum ersten und letzten Mal machen würde, diesen bescheuerten Berg zu besteigen. Er wollte einmal hochgehen und fertig! Dass manche Afrikaner das als Volkssport quasi jedes WE machen, davon wäre er sehr weit entfernt. Als ich dann mal völlig entkräftet um eine besonders steile Kurve hochkam, saßen dort 2 Holländerinnen, auf die ich wohl derart mitleidserregend gewirkt haben muss, dass sie mir einen Apfel und ein paar süße Kaubonbons geschenkt haben… (ich glaube im Endeffekt haben die mir tatsächlich das Leben gerettet;-))
Nach unzähligen Stufen und gefühlte 7 Stunden später (es waren gerade mal 2) war ich dann oben. Ein wirklich toller Ausblick bei traumhaftem Wetter und einem eiskalten Black Label erwarteten mich.
Wir sind dann alle gemeinsam wieder mit der Cable Car untergefahren und nachdem wir dann nach ca. 20 Minuten Warterei auch alle Norwegerinnen eingesammelt hatten, gings weiter nach Cape of Good Hope.
Die Fahrt dahin ging an einer Steilküste entlang, mit wundervollem Blick auf weisse Strände, türkises Meer und Robbenkolonien am Strand. Hier wurden wir auch mit dem ersten Baboon (Pavian) konfrontiert, der sich bei einem parkenden Auto einfach mal auf dem Kofferraum platziert hatte und auch nicht den Anschein machte, da jemals wieder aufstehen zu wollen.
Am Kap der guten Hoffnung gab es noch mal einen sehr schönen Spaziergang im Nationalpark und, die ersten Klippschliefer, von denen es fast einen weniger gegeben hätte, weil Nicole beim Bedienen ihrer Kamera leider ein besonders fettes Exemplar fast totgetreten hätte und zwei rumlaufende Strausse.
Die anschließende Heimfahrt sollte uns noch bei den Pinguinen vorbeibringen! YIeppieh! Darauf hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut.
Und tatsächlich waren sie auch am Strand. Überhaupt nicht scheu, man konnte sie sogar streicheln und am liebste hätte ich natürlich mindestens einen mitgenommen. Aber irgendwie wollte sich keiner überreden lassen: Feste Jobs, Kinder, gute Unterkunft, gutes Wetter etc. Naja, ich bin dann halt ohne Pinguin wieder in den Bus gestiegen.
Wir haben dann für die Rückfahrt fast 2 Stunden anstatt 45 Minuten gebraucht, weil Südafrikanische Polizisten einfach mal die Strasse blockiert hatten. Dafür gab es dann am Tagesende ein leckeres Steak, leckeres Bier und zum Betthuperl noch ein warmes Glas Riesling unserer neuen ostdeutschen Freunde: Trinken verbindet;-))

Samstag, 17. März 2012

Cape Town 17.03.2012

Wir sind noch immer in Kapstadt und nachdem wir vorgestern doch recht skeptisch waren, was die Schönheit der Stadt angeht, sind wir doch nun völlig übrzeugt: Hier lässt es sich aushalten!
Morgens haben wir eine Touri Stadtrundfahrt gemacht, um mal einen Überblick zu gewinnen. Von der Waterfront, über die Innenstadt mit Green Market, den District Six, halber Weg Tafelberg und die Vororte Camps Bay und Cliffton wieder zurück nach Seapoint. Traumhaft schön alles!!
Mittags um eins dann die erste Gruppenbesprechung: Wir waren sehr gespannt.
Und das ist unsere Gruppe:
6 Teenager aus Norwegen; naja nicht ganz - es sind auf jeden Fall alles Mädels mit Babyhaut und braungebrannten Füssen, die die 20 entweder noch nicht oder so gerade überschritten haben.
Dann 5 Österreicher alle um die 50 Jahre alt, trinkfest (was sich später herasstellen sollte) und echt nett und dann noch außer uns 4 andere Deutsche, zwei Pärchen, eines homo und eines hetero.
Und dann natürlich unser Guide Tiniyko, der dunkel schwarz ist und mit wahnsinnig lautem Organ die Gruppe instruiert.
Ja und das wars auch schon.Los ging es dann ein bisserl später in unserem Truck, den wir dann auch erstmal inspizieren durften. Der erste Eindruck: Es riecht penetrant nach Elefantenkacke...PUH.
Ansonsten gibt es Fächer für die Klamotten, eine Feldküche zum Ausklappen und sogar Kühlschrank und Ladestation für Handys und Kameras.
Wir sind dann aufgebrochen zu einer Weinprobe nach Paarl in das Weingut Fairview.
Paarl liegt ca. eine Truckstunde entfernt von Cape Town und es gibt dort Wein, Wein und nochmals Wein. Eine wunderschöne Gegend mit kleinen strahlend weissen Örtchen und eben jeder Menge Wein.
Den haben wir dann auch zu genüge getestet. Wie fühlt man sich wohl bei 25 Grad Sonne und Mittagshitze und dann so 10 Probiergläschen Wein....jawoll, schummerig! Wir haben dann auch direkt mal die Vorräte für die nächsten Tage besorgt und sind anschließend über Franschhoek und Stellenbosch wieder Richtung Cape Town gefahren.
Abends noch ein gemeinsames Abendessen und mit genügend Bettschwere dann in komatösen Schlaf.
Jetzt gehts auf zum Tafelberg und anschließend zu den Pinguinen.
Yippieh!

Freitag, 16. März 2012

Kapstadt 16.03. und 17.03.

So, wir sind da!
Insgesamt 14 Stunden Flug und eine Reisezeit von 17 Stunden und schon ist man am anderen Ende der Welt. Wie Nicole so schön sagte: Hinter dem Meer da, kommt nur noch die Antarktis, ist das nicht komisch? Klingt komisch, ist aber so. Wir sitzen hier in einer Lodge in der Seaside von Cape Town und können von hier aus in ca. 25 Metern das Meer sehen. Ist es nun eigentlich der indische oder der atlantische Ozean? Und wo genau ist eigentlich das Kap der guten Hoffnung? Umfragen in unserem Zimmer haben keine eindeutige Antwort ergeben.
Wir haben hier ein bisschen die Gegen d erkundet, festgestellt dass in Südafrika entweder nur maximal Pigmentierte oder verbrannte Engländer oder tätowierte Schotten rumlaufen und dass es sich zwar anders anfühlt, aber nicht wie ca. 10.000 km von zu Hause weg.
Die meisten Läden haben hier eine Klingel, wo man sich ankündigen muss. Sogar einfache Sportläden haben ein kleines Gatter, wo man erstmal höflich bitten muss, dass man auch reingelassen wird.
Wir haben dann den Tag mit zwei Bierchen, einem asiatischen Essen und bisschen Rotwein abgeschlossen.
Nicole hat schon unseren Koch und Fahrer kennengelernt, der zugegeben hat, dass er eigentlich gar nicht kochen kann. Na das kann ja heiter werden!

Zweiter Tag – St. Patricks Day
Die Nacht war eigentlich gar nicht so schlecht, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich festgestellt habe, dass irgend so ein Sch…. Mückenviech sich mein Blut als Hauptspeise ausgesucht hat.
Nach einem wunderbaren Früstück mit allem, was das Herz begehrt, geht es gleich zu einer Stadtrundfahrt. Heute mittag lernen wir dann unsere Gruppe kennen:
Wir sind seeeehr gespannt!

Dienstag, 13. März 2012

3 Tage vorher

Irgendwie kann ich es nicht glauben, dass es bald los geht...
4 Wochen bei den wilden Tieren Afrikas mit einer Gruppe Menschen, von denen ich nur eine einzige kenne. Was wird mich da wohl wieder erwarten???

Seit ich den Roman von Tommy Jaud zu einer Gruppenreise mit denselben Destinationen gelesen habe ("Hummeldumm"), bin ich mir nicht so ganz sicher, ob es tatsächlich so eine gute Idee war, mich mit wildfremden Menschen in die Wildnis zu begeben.

Die Reise richtet sich laut Prospekt und Internetseite an Junge und Junggebliebene. Derzeit fühle ich mich allerdings relativ alt, denn seit Wochen plagen mich irgendwelche Wehwehchen, die mein gefühltes Alter gerade auf Mitte 40 steigen lassen. Ist man mit Ende 30 und gefühlten Mitte 40 immer noch im Altersschnitt der benannten Junggebliebenen?
Wenigstens muss ich dieses Mal nicht 15 Kilo Gepäck auf dem Rücken durch die Wildnis tragen und das Wasser trinken, in dem ich mich vorher gewaschen hab (wobei 10 Grad kaltes Wasser einen schonmal jünger erscheinen lässt, als man tatsächlich ist).

Wir werden die meiste Zeit in Zelten übernachten. Mal schauen, welche Bewohner ich neben meiner Reisebegleiterin noch so im Zelt haben werde.
Skorpionen fühle ich mich ja naturgemäß sehr verbunden;-)