Montag, 9. April 2012

Hwange und die Büffel

Am nächsten Tag ging es nach Hwange Nationalpark. Nach einer völlig schlaflosen Nacht mit Schweißausbrüchen und Bauchkrämpfen war mein Kreislauf so ziemlich am Boden.
Wir waren auch bereits mittags in unserem Camp, ein Campingplatz direkt an einem Wasserloch neben einer übelst noblen Lodge mit Swimmingpool und Bar.
Der Game Drive ist dann für mich leider ausgefallen. Irgendwie wollte mein Kreislauf an dem Tag nicht auf die Spur kommen und so blieb mir nichts anderes übrig als im Camp zu bleiben. Aufgrund meines desolaten Zustandes hat Nicole sich bereit erklärt, mit mir da zu bleiben. Wir haben uns dann ein wenig später aufgemacht, um in unseren dreckigen Outdoorklamotten die Gäste an der Bar des Nobel-Lodge ein bisschen zu verschrecken.
Der Chef der Lodge ließ sich allerdings von unserem Zustand nicht beeindrucken und trumpfte erstmal ein paar Saufstories von einigen Gästen aus der Vergangenheit auf. Gut, dass ich in so einem schlechten Zustand war, sonst wären wir sicherlich mit Getränken dort versackt.
Bei Cola Nummer 2 erschien plötzlich Frau Chefin mit den Worten: „Die Büffel kommen“.
Und die kamen dann auch…eine riesige Herde Büffel zog am Wasserloch ein und wir hautnah dabei. Die Lodge hatte eine kleine offene Hütte zum Beobachten direkt am Wasserloch, so dass wir quasi den Atem der Tiere spüren konnten. Im Schatten der Hütte waren wir allerdings für die Tiere nicht sichtbar.
Als dann auch noch ein wildgewordener Elefantenbulle auftauchte, der mal für ein bisschen Stimmung in der Büffelherde sorgte, war der Nachmittag perfekt. Ein großartiges Schauspiel! Und verdammt viel cooler als irgendein Game Drive!
Beim Nachhauseweg in der Dämmerung wurden wir vom Chef noch freundlich darauf hingewiesen, dass wir acht geben mögen auf den wilden Elefanten, der sich in Richtung unseres Zeltplatzes bewegt hat und dass wir uns nachts nicht vom Platz entfernen sollten, da eine Herde Büffeln eigentlich immer bedeutet, dass auch Löwen hinterherziehen. Vielen Dank für diese wertvollen Tipps;-)
Die Nacht war dann aber wie immer. Tiergeräusche ohne Ende, aber nichts, was wirklich bedrohlich nah wirkte. Ein schöner Abschluss nach einem bescheiden begonnen Tag!

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