Wir sind dann morgens aus Namibia ausgereist und in Botswana eingereist. In Namibia wurden wir ein wenig kühl verabschiedet, dafür aber in Botswana umso freundlicher begrüßt! Dumelang heisst hallo und das gab es bereits bei der Passkontrolle von allen Seiten…
Die Nationalflagge ist blau wie der Himmel, schwarz für die schwarze Bevölkerung und weiß für die weiße Bevölkerung. Damit drücken sie aus, dass es keine Rassenprobleme gibt und dass jeder im Land willkommen ist. So kam es auf jeden Fall auch rüber.
Übrigens hieß es um 5 Uhr schon wieder aufstehen, aber daran sind wir ja mittlerweile fast gewöhnt. Unser Chef wird sich zu Hause wundern, dass wir plötzlich vor ihm (d.h. vor 6 Uhr) im Büro sind;-).
In Botswana angekommen sind wir relativ schnell am Okavango in ein Schnellboot umgestiegen mit dem Hinweis, dass Schwimmen aufgrund der Alligatoren und Hippos nicht erlaubt sei. Aber das wussten wir ja bereits. Dann ging sie los, die wilde Fahrt.
Die Landschaft und das glasklare blaue Wasser waren wirklich sehr schön, aber es gab in den 1 ½ Stunden nichts Neues zu sehen. Wir haben uns nur alle gefragt, was wir tun, wenn das Boot tatsächlich kentern sollte. Um uns herum Alligatoren und kein Land in Sicht. Die ca 2 Meter hohen Gräser, die während der Fahrt rechts und links an uns vorbeiflogen, sahen aus, als ob sie ebenfalls nur im Wasser stehen würden. Aber die Gedanken waren auch unnötig, ich glaube in Afrika kentert man einfach nicht. Und wen doch, kommt bestimmt jemand um die Ecke, der weiter hilft.
Wir sind dann noch in einen Jeep und anschließend ins Mokoro (Einbaum) umgestiegen, um zu unserem Dschungelcamp zu gelangen.
Vor dem Einbaum hatte ich ein bisschen Schiss, da ich mir das sehr wackelig vorgestellt hab. War es aber gar nicht. Ganz entspanntes Dahingleiten durch glasklares Wasser, Seerosenbeete und mehrere Meter hohe Grashalme. Ein überflutetes Paradies. Zwischendurch immer mal wieder das Grunzen der Hippos und ansonsten Stille. Ein sehr schönes Erlebnis. Ich möchte zwar nicht wissen, wie anstrengend das für Kendru unseren Ruderer war. Aber er meinte, er wäre absoluter Profi im Mokoro Fahren und uns würde nichts passieren. Ist auch nicht! Es war wirklich klasse!
Angekommen im Camp wurden wir von Nature, unserem Guide, für die nächsten Tage mit den Regeln vertraut gemacht. Kein Rumlaufen im Busch oder Entfernen vom Camp ohne Guide, für kleine und große Geschäfte gab´s ein Buschklo, welches aus einer einfachen Holzklobrille bestand mit einem Loch darunter, geduscht wurde in der Dschungel-Dusche, was ein großes Wasserbehälter war, der mit einem Seilzug hochgezogen wurde und täglich mit Okavango Wasser nachgefüllt wurde.
Man sollte auf Schlangen und anderes Getier aufpassen, daher am besten mit festem Schuhwerk unterwegs sein. In Gefahrensituationen wurde man angewiesen, genau auf den Guide zu hören und nicht hektisch davon zu laufen, da dann die meisten Tiere meinen, man wäre Beute.
Es gab Zweierzelte ohne Zaun oder sonstige Begrenzung gegen die wilden Tiere und der große Haufen Elefantenscheiße in der Mitte des Camps zeigte uns eindrucksvoll, dass es hier sehr wohl wilde Tiere gibt.
Nach einer Siesta im Schatten der Bäume, die untermahlt war durch den Besuch von drei Affen und wildes Vogelgezwitscher von Papageien und anderem bunten Gefieder, hieß es um 5 Uhr wieder in die Mokoros steigen und auf zum Sundowner auf dem Fluss.
Es war wunderschön, Sonnenuntergang, Stille und das sanfte Gleiten durch die hohen Gräser.
Ja und dann waren sie plötzlich da: die Hippos! Wir waren plötzlich eingekreist von großen gefährlichen Tieren (laut zahlreicher Studien blabla, die gefährlichsten Tiere Afrikas) und mir war am Anfang völlig unwohl. Unsere Guides blieben ganz ruhig. Kein Grund zur Besorgnis. Hippos wären eigentlich sehr friedliche Pflanzenfresser, die im Übrigen zwar die meiste Zeit im Wasser sind und auch bis 5 Minuten unter Wasser sein können, die aber überhaupt nicht schwimmen können. Sie bewegen sich hüpfend vorwärts. Wenn man ihnen zu nahe kommt, demonstrieren sie Ihr eigenes Unwohlsein durch Aufreißen des Mauls und Zeigen Ihrer Zähne. Und überraschen sollte man sie tunlichst nicht, auch dann können sie gefährlich werden.
Das Aufreißen des Mauls durften wir dann auch einmal an diesem Abend erleben, als sich ein Hippo uns bis auf 20 Meter näherte. In der Dämmerung ziehen sie dann an Land, um dort zu schlafen. Daher haben wir uns dann auch ein wenig beeilt, als die Sonne untergegangen war, wieder ins Camp zurückzukommen.
Es war auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis diese Tiere aus der Nähe beobachten zu können.
Nach Rotwein und Dinner ging es dann ab in die Zelte zu einer (relativ entspannten) Nacht...Wecker erst um 6 Uhr! Quasi ausschlafen!
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