Aufgrund der Fürsprache unseres Guides und dem anstehenden Game Drive im Chobe Nationalpark, der morgens angeblich viel viel besser ist als nachmittags, haben wir uns alle dann tatsächlich um 3:45 Uhr aus dem Zelt gequält.
Ca. 350 km lagen vor uns, um halb zehn nach einem kleinen Frühstück (Milch mit Müsli…uäh!) konnte der Game Drive dann beginnen.
Und, was soll ich sagen, das frühe Aufstehen hat sich tatsächlich gelohnt. Eine traumhafte Flusslandschaft mit zahlreichen Tieren wartete auf uns. Riesige Elefanten- und Flusspferdherden, Springböcke, Empalas, Antilopen und sogar Alligatoren, die am Flussrand und im Wasser wie tot rumlagen. Ein Elefant kam auf unseren parkenden Jeep zu und war dann auch – wie wir Mädels in der letzten Reihe fanden – ein wenig zu nah. Vor allem weil diese Jeeps offen sind und zwischen uns und dem Elefanten nur ein bisschen heiße Luft war. Der große Koloss wollte aber anscheinend nur spielen und gucken, was da für depperte Menschen völlig verängstigt aus der Wäsche gucken. Nach einem kurzen Stopp Nähe unseres Jeeps ist er einfach im Dickicht verschwunden.
Nach Rückkehr gab es ein kurzes Mittagessen und dann ging es weiter über die Grenze nach Zimbabwe. Die Worte unseres Tiniykos zu den Zuständen der sanitären Einrichtungen in Zimbabwe: „I wish you good luck“.
Die Einreise, die zwischen einer halben Stunde und 3 Stunden wegen Visaformalitäten und den Launen der Officer an der Grenze variiert, hatte sich dann Gott sei Dank in 45 Minuten erledigt. Wahrscheinlich nur, weil wir in der Zwischenzeit mit den Officern ein paar nette deutsche Worte ausgetauscht haben. Sie fanden uns irgendwie sehr amüsant.
Nach dem Verteilen der Pässe und der Berichtigung von Mettes Pass, die laut Visum plötzlich Deutsche sein sollte, sind wir dann in den Bus gestiegen und dachten, dass es nun losgehen könnte.
Weit gefehlt: Jetzt mussten wir noch die Männer vom Zoll ertragen, die jeden Einzelnen befragt haben, woher er kommt und wieviel er fürs Visum bezahlt hat. Allerdings sahen diese Männer nicht wirklich aus, wie angestellte eines Staates sondern wie Mitglieder der Mafia. Dunkle Sonnenbrillen und ein äußerst unoffzielles Erscheinungsbild. Wir waren alle froh, als der Spuk vorbei war.
Nach kurzer Strecke waren wir dann endlich wieder back in Zivilisation.
Die Lodge hatte in dem Prospekt so toll ausgesehen und wir waren voller Vorfreude auf ein richtiges Bett. Die Enttäuschung war dann allerdings groß. Es war ziemlich dreckig und irgendwie roch es in dem Haus auch äußerst streng nach Terpentin o.ä. Nicole und ich hatten zu allem Überfluss noch die Besenkammer erwischt, in der man sogar bei Tageslicht mit Stirnlampe auf die Suche nach seinen Sachen gehen musste. Dann gab es auch noch eine Ansprache von der Herbergshexe, was alles wann wie geklaut werden könnte und dass man abends nicht mehr zu Fuß in die Stadt kann, weil außerdem Elefanten und Büffel in der Nacht vorbeschauen, um sich dort in den schön gewässerten Gärten an den Bäumen und an sonstigen übrig gebliebenen Lebensmitteln zu bedienen. Na bravo! Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt.
Wir hatten aber dennoch einen schönen Abend mit afrikanischem Braai und einem Koch, der aussah wie ein großer schwarzer Bär, der uns den Grill reichlich gefüllt und auch die Beilagen sehr lecker zubereitet hat. Der Pool und die Nalge drum herum waren
Dazu gab es Rotwein aus dem Karton und afrikanische Tänze von einer ortsansässigen Volklore-Gruppe.
Anschließend haben wir noch mit den Mädels aus Norwegen ziemlich angeschickert Karten und „This ist he witch“ gespielt und waren dann erstmals nach 1 Uhr im Bett…mit der Gewissheit, dass wir am nächsten Morgen Frühstück serviert bekommen und auch mal ausnahmsweise nicht um 5 Uhr die Nacht zu Ende geht.
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