Nachdem wir dann alle über die Grenze durften (die Ösis wurden allesamt nochmals zum Bildvergleich reingerufen, weil sie sich angeblich nicht ähnlich sahen) waren wir dann nach kurzer Zeit in unsere Domizil am Orange River angekommen. Eine Oase mitten in der Wüste.
Ein wunderschönes Areal mit Strohgedeckten kleinen Bungalows, einem Shop, Internetcafé, einer Bar, Pool und das alles mit Blick auf den Orange River und 10 Kanus am Wasser, die fröhlich in brütender Hitze auf uns warteten.
Und dann noch eine kleine Aufregung zwischendurch: Ein lieblicher kleiner Skorpion hatte sich in das Waschbecken der Herrentoilette verirrt. Sehr süß der Kleine. Ein Angestellter des Hauses hat in dann liebevoll mit einer Klobürste im Baum vor unseren Zelten ausgesetzt.
Jedes Boot mit 2 Insassen bekam 3 weiße Tonnen, wo wir dann unser Zeug für die nächste Nacht in der Wildnis verstauen sollten.
Kurze Einweisung am Wasser (links paddeln, Boot fährt nach rechts, rechts paddeln Boot fährt nach links) und schon gings los. Wenden, Stoppen, scharfe Kurven und Ausweichmanöver wurden Gott sei Dank nicht besprochen, weil sonst wäre die Fahrt ja evtl. langweilig geworden.
Am ersten Tag sollte nach 2 Stunden Schluss sein mit Paddeln. Da der Tag bis zu Beginn der Paddeltour schon lang genug war, haben sich die 2 Stunden Paddeln dann noch gezogen wie Kaugummi. Vor allem als wir zu der Sandbank abbiegen wollte, wo wir übernachten sollten, hat uns der Gegenwind fast wieder zurückgepustet. 2 Ösis mussten gerettet werden, da reichten die Kräfte nicht mehr, um gegen den Wind anzupaddeln.
Da wir aber ein wenig später als geplant losgekommen sind (We are in Afrika, no hurry in Africa….) mussten das Aufbauen des Lagerfeuerplatzes zum Kochen und Essen und das Zubereiten des sehr typischen Lagerfeuermahls Spaghetti Bolognese im Dunkeln stattfinden.
Lecker wars trotzdem, und nach 3 Rotwein war auch der Schlafplatz unter freiem Himmel nicht mehr so tragisch. Der Sternenhimmel ist gigantisch schön wenn mal keine Lichtquellen vorhanden sind und auch der Wind am direkten Schlafplatz war nicht mehr so tragisch. Geschlafen hat man dort natürlich nicht wirklich. Vor allem weil ich Depp meine Oropax im Gepäck im Bus vergessen hatte und wir so 3-4 penetrante Schnarcher hatten, die heftig und im Wettbewerb gegen die Stille der Wildnis angekämpft haben.
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